Dieser Tag war anders geplant. Heute sollte der Tag für wunderbare Kolleginnen sein … doch Montag hab ich etwas erfahren, was mich seitdem nicht mehr loslässt.
Deshalb ist der Mittwoch nun der Let’s talk about Tag
 
Das Thema Mental Health ist nicht neu für mich. Es beschäftigt mich schon seit meiner Kindheit, da meine Oma an Schizophrenie leidet und dazu noch manisch-depressiv ist. Ich weiß, was es bedeutet, wenn jemand nicht der Norm entspricht. Nicht das Bett verlassen kann, weil die Person einfach keine Kraft dafür findet. Ich kenne die Anzeichen für depressive Schübe. Ich weiß, dass es besonders schlimm in den Wechseljahreszeiten ist. Ich weiß aber auch, dass die Weihnachtszeit eine gewisse Bitterkeit verursacht.
 
Ich weiß als Angehörige so viel und doch auch zu wenig.
Gerade deshalb frage ich mich, ob ich bei meiner Kollegin etwas übersehen habe. Ob ich die Veränderung ihres Wesens nicht erkennen wollte. Ob ich etwas hätte ändern können.
 
Ich möchte hier nicht zu viel schreiben, da ich die Privatsphäre ihrer Familie wahren möchte.
Und doch muss ich meinen Gedanken Ausdruck verleihen.
 
Meine Kollegin lernte ich in den Wirren von Corona kennen. Ihr sonniges Wesen nahm mich sofort für sie ein. Wir waren zwar nicht immer einer Meinung, doch die Diskussionen mit ihr waren stets respektvoll.
Ich erinnere mich noch sehr gut an den Tag, als sie mir freudestrahlend verkündete, dass sie Oma wird. Wer hätte sich in diesem Moment nicht mit ihr gefreut?
Und als ihre Enkelin auf der Welt war, erzählte die stolze Oma bei jeder Gelegenheit von der kleinen Maus oder zeigte mir Fotos.
 
Aus diesem Grund traf es mich auch, als Anfang des Jahres bei ihr Krebs diagnostiziert wurde.
 
Als jemand, der an Gott glaubt, haderte ich in diesem Moment mit meinem Glauben. Ich, die selbst ihre Oma an den Krebs verloren hatte, fühlte mit diesem kleinen Mädchen und meiner Kollegin mit. Das Leben hat ein Verfallsdatum, das weiß ich. Doch das hatte weder meine Kollegin noch ihre Enkelin verdient.
 
Nun ist sie nicht mehr da. Sie hat diesen Weg selbst gewählt, weil sie keine Hoffnung mehr sah. Weil die Sonne ihres Lebens von einer undurchdringbaren, grauen Wolke verdeckt war.
 
Ich werde sie vermissen.

Let’s talk about … Erwartungen. Und vor allem dem Zeitpunkt, wenn wir knallhart auf den Boden der Realität aufprallen, sobald diese sich nicht erfüllen.
 
Wenn ich dieses Jahr Revue passieren lasse, weiß ich ganz genau, dass es viele Momente gab, in denen meine Erwartungen einfach überzogen waren. Angefangen von meinem #brotjob bis hin zu meinem #autorinnenleben (von meinem Privatleben fange ich lieber nicht an)
 
Aber so langsam beginne ich zu erkennen, dass jedes Scheitern dazugehört. Dass der Weg das Ziel ist. Dass wir scheitern müssen, um uns selbst zu beweisen, dass Aufgeben keine Option ist. Oder wie seht ihr das?
 
Ich will euch dafür ein konkretes Beispiel nennen. Es ist mein Weg zum Debütroman.
 
Ich wollte letztes Jahr #esistbessernichtszuwissen veröffentlichen. #zwischendeinenlines hat es stattdessen geschafft, dass ich mich als vollwertige Autorin fühle. Seit dem Moment, als ich mein Buch das erste Mal in den Händen hielt.
 
Ich habe viele Fehler gemacht, um meinen Agentenroman zu veröffentlichen. Ich habe mich selbst so sehr unter Druck gesetzt, dass ich in eine Schreibblockade geschlittert bin. Die Entscheidung zu treffen, diesem Projekt mehr Zeit zu geben, war alles andere als leicht. Und doch war es richtig. Ich weiß, dass ich auch einen Großteil von 2024 benötige, um die Geschichte fertig zu stellen. Aber das ist es mir wert. Weil dieses Projekt mir so viel bedeutet, dass ich es nicht verhunzen möchte.
 
Allerdings ist auch bei #zwischendeinenlines nicht alles nach Plan verlaufen. Ich habe aus diesen Fehlern gelernt. Ich weiß nun Dinge, die ich bei der nächsten Veröffentlichung definitiv beherzigen werde.
 
Zwei meiner Erwartungen wurden übertroffen und diese möchte ich euch auch verraten:
 
Es ist die Unterstützung anderer Autor*innen, die mich jedes Mal von Neuem aufbaut, und die Erfahrung, dass es überhaupt nicht schlimm ist, wenn ich meine Schüchternheit einmal ablege und mich anderen öffne. Denn, dass mag euch jetzt überraschen, ich stehe überhaupt nicht gerne im Rampenlicht … geschweige denn posaune ich hinaus, dass ich Autorin bin. Blöd, oder? Aber so bin ich eben.
 
#adventskalender #adventskalender2023

Mein kritischer Jahresrückblick

Let’s talk about mein Jahr 2023.

 

Ich weiß, ich sollte mich nicht auf das Negative konzentrieren. Doch ich denke vor allem an die Fehler, die ich dieses Jahr gemacht habe.

 

Mein größter Fehler, an dem ich dringend arbeiten muss, ist mein minimales Selbstvertrauen. Wenn ich nicht sage, dass ich Autorin bin und ein Buch geschrieben habe, wer soll das dann wissen?

Okay. Es ist im Laufe des Jahres besser geworden. Ich verstecke mich nicht mehr hinter meinen Marketingmaschinen Husband und Schwiegermutti. Inzwischen traue ich mich selbst, mein Licht unter dem Scheffel hervorzuholen. Trotzdem macht mir Angst, was ich mir 2024 alles vorgenommen habe.

 

Ein weiterer Punkt, der mich richtig fuchst, ist meine Planung. Entweder plane ich gar nicht und bin sehr spontan, sobald mich eine Idee befällt, oder ich plane so viel, dass es alles gar nicht umsetzbar ist. Beispiel gefällig? Meine Releasetour. 240 km mit Zwischenstopps, um auf Instagram live zu gehen. Am Ende war es zu viel. Dabei hätte ich es besser wissen sollen und mehr auf meinen Körper hören müssen.

 

Wo wir beim Release meines Debütromans sind, kann ich hier den nächsten Punkt abhaken. Mein Zeitmanagement war dieses Jahr grauenhaft. Zu wenig Schreibzeit nach der Veröffentlichung von #zwischendeinenlines und zu viele unnütze Marketingaktionen. Das Marketing ist sowieso mein absoluter Zeitfresser. Aber ich arbeite daran. 2024 soll es besser werden.

 

Was auch noch zum Zeitmanagement gehört, ist mein viel zu straffer Zeitplan der Veröffentlichung gewesen. Im Endeffekt hätte ich mir mehr Zeit lassen sollen. Weniger unter Druck arbeiten sollen. Denn dadurch sind Fehler im Buch entstanden, die ich für die Neuauflage dringend korrigieren muss. Und das tut meinem krankhaften Perfektionismus überhaupt nicht gut.

 

ABER 2023 ist auch ein Jahr, auf das ich stolz zurückblicke.

 

Ich hab mein erstes Buch veröffentlicht!

Ich durfte wunderbare Kolleg*innen kennenlernen.

Von 29 Bewertungen haben 73 % 5 oder 4 Sterne gegeben, wobei die 5 Sterne mit 52 % überwiegen.

Ich bin auf TikTok, was ich ausbauen muss.

Meine Website hat ein neues Layout.

Ich versuche jeden Tag zu posten.

Mein Leben ist ausgeglichener, weil ich mir Pausen gönne.

Ich schreibe weiter.

Ich versuche, weniger kritisch mir gegenüber zu sein. Fehler passieren jedem!

Ich habe aus meinen Fehlern in 2023 gelernt!

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